BvD
Auch der Autor ist Mitglied beim Berufsverbandes der Datenschutzbeauftragten Deutschlands (BvD) – Datenschutz ist in Deutschland zunehmend ein Problem.
Das Thema Datenschutz hat gerade in den aktuellen Tagen einen deutlichen Auftrieb bekommen: kurz vor Ostern dieses Jahres ist die Richtlinie der EU in Kraft getreten, wonach nun Telekommunikationsdaten sicherheitshalber auf Vorrat gespeichert werden sollen. Bis die Richtlinie in nationales Recht umgesetzt ist, vergehen im Zweifel noch ein paar Monate, doch Termin dafür ist der 15.09.2007 auf jeden Fall. Danach wird im gesamten EU-Gebiet alles gespeichert was mit Telekommunikation zu tun hat, vom Telefonat auf dem Handy bis zur versendeten eMail. Und natürlich auch, wenn man versucht hat eine Telefonnummer anzurufen, die nicht erreichbar war – schließlich ist sowas ja auch besonders speichernswert.
Die aktuellen Möglichkeiten und Speichermengen machen es derzeit immerhin noch unmöglich alle Inhalte auf Vorrat zu speichern, doch allein schon die Verbindungsdaten sind nicht ganz unheikel. Und jeder weiß, dies ist der Anfang, sobald die Technik mehr hergibt, wird auch mehr gespeichert werden. Was den meisten dabei sicher noch nicht ganz klar ist, dass beim Telefonat vom Handy neben Zielrufnummer und Gesprächsdauer auch gleich noch Standort und alle Kennungsdaten abgelegt werden – je nach Land dann zwischen 6 und 24 Monaten auf Vorrat, man weiß ja nie, wer noch mal prüfen möchte, ob der Anrufer im Urlaub wirklich im Süden war und nicht doch auf dem heimischen Balkon saß.
Doch genug der Schwarzmalerei. Der Bundesverband der Datenschutzbeauftragten informiert seine Mitglieder beispielsweise genau über solche Vorgänge. Bietet Hintergrundsinformationen zur möglichen Pkw-Überwachung durch die Mautstellen und veranstaltet immer wieder Schulungen und Treffen für die ganzen kleinen Datenschutzprobleme von behördlichen Stellen und Unternehmen.
Die Mitgliedschaft ist kostenpflichtig, die meisten Veranstaltungen auch, dafür gibt es auch eine saubere Informationsbasis und nicht bergeweise Werbemüll.
Der Autor selbst ist Mitglied beim BvD, weil Datenschutz heute mehr und mehr ein Thema der Geschäftsleitung ist und auch als solches gesehen werden muß. Kein Berater kann sich noch ernsthaft an diesem Thema vorbeibewegen, wenn man seriöse Empfehlungen für die Einführung von Softwarelösungen oder Änderungen an der Organisation vorschlagen möchte. Der größte Teil der Datenschutzprobleme und -verletzungen geschieht gerade in diesem Umfeld immer noch mehr aus Unkenntnis und ohne bösen Willen. Hier ist somit für Unternehmensberater ein großes Arbeitsfeld, auf dem man mit relativ einfachen Schritten eine gute Basis und mehr Vertrauen im Betrieb herstellen kann, wenn man dann sauber die umgesetzten Vorgehensweisen kommuniziert.
BvD – reinschauen lohnt sich
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